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Interview Fastenbegleiterin Die Kraft kommt von innen

Christina Binder-Egger | 17.08.2017

Gini Czernin ging zu Fuß von Wien nach Mariazell. Und das ohne zu essen, während einer Fastenkur. Wie man durch Verzicht wieder zu Kräften kommt und welch ordnenden Effekt das Fasten auf Körper, Geist und Seele hat, bringt sie den Gästen im Herbst in den Hochleger Chalets näher. Das ZillerSeasons Journal traf sie zu einem Gedankenaustausch.

JOURNAL: Fasten ist keine Erfindung unserer Zeit, sondern wird seit Jahrtausenden praktiziert. Derzeit scheint diese Form der Enthaltsamkeit wieder aktueller denn je. Woran liegt das aus Ihrer Sicht? 

CZERNIN: Früher waren Fastenzeiten in der Natur Teil eines natürlichen Zyklus, Zeiten der Fülle wechselten sich mit Zeiten des Mangels ab. Das war saisonal bedingt, die Verfügbarkeit der Nahrung war nicht immer gegeben. Diese Phasen erdeten die Menschen, sie besannen sich auf das Wesentliche, das wirklich Notwendige. Heute leben wir in einer Zeit des Überflusses, alles ist immer und überall erhältlich, zusätzlich sind wir extremer Reizüberflutung ausgesetzt. Auch wir selbst sind heutzutage jederzeit verfügbar, das war früher anders. Fasten schafft hier einen Gegenpol. Der Wunsch nach der Reduktion, nach dem Einfachen und dem sich Zurückziehen liegt in unserer Natur.

Fasten ist ja mehr als der Verzicht auf Nahrung, eigentlich auch ein Ritual. Worum geht es aus Ihrer Sicht beim Fasten?

Es ist eine Auszeit, in der man Ballast loswerden kann. Man verzichtet ja nicht nur auf Essen, sondern generell auf viele Reize, etwa Medien oder die gewohnten Abläufe. Es geht darum, sich als Ganzes leichter zu fühlen, sich physisch und psychisch zu reinigen. Ich sehe es als einen Neustart, als Selbstkorrektiv, einen frischen Impuls auf körperlicher und mentaler Ebene, für mehr Motivation auf ein gesünderes, bewussteres Leben.

Für wen eignet sich eine Fastenkur? Ist das nur was für Menschen, die Gewicht verlieren wollen? 

Generell reden wir vom Fasten für gesunde Menschen. Der Gewichtsverlust ist für manche ein Antrieb, eigentlich ist er aber nur ein Nebeneffekt. Fasten hat eine hohe mentale Komponente, es hebt die Stimmung. Auf physischer Ebene wirkt es zellverbessernd und es stärkt das Immunsystem. Gifte und Säuren werden ausgeleitet. Wem es nur ums Abnehmen geht, für den kann eine Fastenwoche der perfekte motivierende Impuls sein, sich wieder gesünder zu ernähren und sich mehr zu bewegen. Die ersten Kilos sind schon nach dieser Woche unten.

Fasten ist sowohl physisch als auch psychisch eine große Herausforderung. Braucht man dafür eine besonders hohe Disziplin? 

Es kommt ein wenig auf die Art des Fastens an. Jene Kuren, bei denen gegessen wird, wie etwa das Basen-Fasten, sind schwieriger durchzuhalten, als etwa das Buchinger-Fasten, bei dem auf feste Nahrung gänzlich verzichtet wird.

Das klingt widersprüchlich. 

Ganz im Gegenteil, es ist ein logischer, natürlicher Prozess. Wenn der Körper nur kalorienarme Flüssigkeit bekommt, stellt er auf innere Ernährung um. Dabei hat man kein Hungergefühl, da die Produktion der Verdauungssäfte auf ein Minimum reduziert wird und die körpereigenen Fettdepots verwertet werden.

Wie funktioniert das Buchinger-Fasten im Detail? 

In den Seminaren in den HochLeger Chalets führen wir sehr sanft in die Kur ein. Eine Woche vor Beginn sollte man auf Genussmittel wie Kaffee oder Alkohol verzichten. Am Anreisetag und am ersten Tag des Buchinger-Fastens wird entlastet, es gibt Suppe und ein leichtes Entlastungsessen. 
Während der Fastentage werden dem Körper nur Tees, Säfte und Brühe zugeführt. Glaubersalze fördern die innere Reinigung. Nach 5 Tagen folgt das Fastenbrechen, bei dem wieder langsam und behutsam mit der Aufnahme von fester Nahrung begonnen wird.

Es gibt viele unterschiedliche Arten zu Fasten. Was macht das Buchinger-Fasten so besonders? 

Es hat eine extrem intensive Wirkung auf Körper, Geist und Seele, den stärksten Effekt von allen Fastenarten, mit denen ich bisher gearbeitet habe. Es gibt dem Körper eine unglaubliche Power.

Auch das scheint im ersten Moment widersprüchlich. Schließlich wird dem Körper beim Fasten Energie vorenthalten und beim Buchinger-Fasten auf feste Nahrung überhaupt verzichtet. 

Vor allem die Zeit nach der Kur ist sehr speziell. Man könnte Bäume ausreißen, hat viel Lust auf Bewegung, der Geist ist wacher, man fühlt sich von jeglichem Ballast befreit, leicht und frisch. Ein Gefühl, das man sich erhalten will. Doch auch während des Fastens hat man unerwartet viel Energie.
Das Geheimnis liegt hier in der Umstellung auf innere Ernährung, die den Körper – natürlich nur über einen gewissen Zeitraum hinweg – optimal mit Nährstoffen versorgen kann. Ich wollte übrigens selber mal wissen, wozu man dabei fähig ist und bin im Selbstversuch während einer Buchinger-Kur zu Fuß von Wien nach Mariazell gegangen. 20 bis 25 Kilometer am Tag, ungefähr eine Woche lang, ohne feste Nahrung. Es war einfacher, als ich es selbst erwartet hätte.

Im März im DasPosthotelFastenwoche nach Buchinger mit Gini Czernin

Vom 10. - 17. März 2018 ist DasPosthotel der ideale Ort, um mit sich im wahrsten Sinne des Wortes wieder ins Reine zu kommen. Begleitet von der ärztlich geprüften Fastenleiterin Gini Czernin erfahren Sie neue Kraft durch bewusste Reduktion: Bei der Buchinger-Methode verzichten Sie für begrenzte Zeit auf feste Nahrung und Genussmittel. Richtig durchgeführt verspüren Sie keinen Hunger, dafür eine ganz besondere, innere Energie und umfassende, wohltuende Effekte für Körper, Geist und Seele.

fastenwoche.zillerseasons.at

Gini Czernin

Gini Czernin

Psychologische Beraterin, Mentaltrainerin,
Expertin für Stressmanagement und Burnout-Prävention, 
ärztlich geprüfte Fastenbegleiterin: Gini Czernin hilft Menschen, ihr
Gleichgewicht wiederzufinden und die innere
Widerstandsfähigkeit zu stärken. Sie hat selbst in schwierigen
Lebenssituationen die unglaubliche Kraft des Buchinger-Fastens
genutzt, um wieder aufzustehen. Im Herbst 2017 führt sie
interessierte Gäste der ZillerSeasons in diese ganz besondere
Form der inneren Reinigung ein.